„Hilfe – mein Kind hat Pubertät !“
zur Anfrage
Referent: Prof. August Huber
Was tun, wenn der junge Mensch immer unzuverlässiger wird, gar Gewalt androht, bei Anforderungen schnell aufgibt, nachts nicht nach Hause kommt, zuhause sein Zimmer verkommen lässt, Aufgaben in der
Hausgemeinschaft verweigert? In der Pubertät erwacht das eigene Ich, das seinen Weg finden will.
Zugleich aber sind gerade unsere Kinder noch sehr unfertig, den eigenen Weg zu wagen. In dieser Zeit wird vorrangig über Versuch und Irrtum gelernt. Das „Ich“ will aus den eigenen Fehlern lernen, was allerdings einen langen Atem der Eltern erfordert. Können wir den Jugendlichen dem Irrtum überlassen, sollen wir nicht helfend einspringen, um das Schlimmste zu verhüten ? Es muss geredet, konfrontiert werden. Es müssen Grundregeln des Zusammenlebens eingefordert werden. Zugleich aber ist es schwer, sich mit all seinen Ansprüchen, Sehnsüchten und, bei unseren Jugendlichen vor allem, auch mit seinen Lebensängsten zurecht zu finden. Die regelmäßigen Gespräche sind das Medium der Pädagogik; der junge
Mensch wird zum Denken angeregt, denn nur darüber kommt er in die Lage, sein eigenes Leben zu planen und die Verantwortung dafür zu übernehmen. Dieses gelingt schrittweise, wenn er etwas ganz Eigenes zustande bringt: den Hauptschulabschluss, die sportliche Leistung, den Führerschein, die Ausbildung und vieles mehr. Je mehr Eigenes entsteht, desto besser.


