Pflegeelternschule Baden-Württemberg e.V.
Detailinformationen zum Bildungsangebot für Fachkräfte

Modulprogramm A (5 Abendveranstaltungen)
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Modulprogramm A (5 Abendveranstaltungen)

Referent: Prof. August Huber

„Liebessehnsucht und aggressive Abwehr.“
Kinder, die in der Frühphase ihres Lebens existentielle Nöte erfahren haben, mußten lernen, um ihr Überleben zu kämpfen. Erziehung bedeutet in diesem Zusammenhang, die Kinder aus der Widerspruchssituation von: „Sehnsucht nach Geborgenheit und gleichzeitiger Ablehnung der von den Pflegeeltern angebotenen Liebe“ herauszuführen in die Möglichkeit, Geborgenheit aufnehmen zu können. Dazu sind Verstehen, Geduld, aber auch konsequente Führung und Schutz der Kinder notwendig. Anhand alltäglicher Konfliktsituationen werden Lösungswege gesucht und aufgezeigt.

„Halt geben durch Führung im Alltag"
Der Alltag mit seinen sehr unterschiedlichen Erfahrungs- und Anforderungsbereichen erfordert klare und nicht hinterfragbare Regelungen. Für haltlose und ungehaltene Kinder bedeutet dies eine ganz und gar ungewohnte Erfahrung. Sie brauchen Hilfe vor allem in den Übergangssituationen des Alltags. Mit Hilfe kreativer Rituale kann den Kindern die Annahme des Tagesrhythmus erleichtert werden. Im Erfahrungsaustausch über das tägliche Ausprobieren von hilfreichen Übergangsritualen können die Pflege- und Adoptiveltern manch neue Anregung erhalten.

„Das Leben wagen lernen“
Unsere Kinder brauchen nicht nur Sicherheit im Lebensalltag durch die zuverlässige Fürsorge der Pflegeeltern und Adoptiveltern, um im Leben bestehen zu können. Es braucht auch den Mut, Neues im Leben zu wagen, das Leben als Herausforderungen betrachten zu lernen. Unsere Kinder sind jedoch in der Angst vor dem Leben aufgewachsen und haben es als bedrohlich erfahren. Von daher ist es notwendig, das Leben auch als etwas Schönes und Freudvolles erleben zu lernen. Nur dann kann der Mut zum Lebenswagnis gestärkt werden. Erlebnisse in der Natur bieten dazu vielfältige Wege. Die Auseinandersetzung mit den Elementen der Natur läßt ursprüngliche Lebensfreude erfahren. Erlebnispädagogische Aktivitäten stellen damit einen notwendigen Zugang zu einer positiven Teilhabe am Leben dar.

„Wie viel Herkunftsfamilie braucht das Pflegekind“
Kinder, die aus einer existentiellen Gefährdungssituation in der Herkunftsfamilie kommen, benötigen als Allerwichtigstes zunächst Halt und Schutz, damit sie die nötige Geborgenheit erfahren können. Dies muß gewährleistet sein, wenn Kontakte mit der Herkunftsfamilie durchgeführt werden. Die Gestaltung des Umgangs muß dem Kind, der Pflegefamilie und der Herkunftsfamilie entsprechen. Ausgangspunkt ist jedoch immer das Kind in seiner momentanen Bedürfnissituation. Anhand von Beispielen bezogen auf die verschiedenen Altersphasen und den Vorerfahrungen der Kinder werden Kontaktgestaltungswege erarbeitet. Kontakte mit der Herkunftsfamilie werden primär aus der Sicht der erzieherischen Aufgabe gestaltet und bewertet. Anhand vielfältiger Beispielfälle wird eine klare und eindeutige Grundorientierung des pädagogischen Handelns aufgezeigt.

„Kraftquelle für eine gute Pädagogik“
Eine gute Erziehung kann nur gelingen, wenn die Eltern dafür Sorge tragen, dass Ihnen die Kraft und die Freude in dieser nicht leichten Tätigkeit erhalten bleiben. Sehr schnell kann sich auch Resignation und Hoffnungslosigkeit breit machen, wenn ein Konflikt den anderen ablöst und die Belastungen wachsen. Es gilt daher zu lernen, einmal für sich selbst Sorge zu tragen, die Paar- und Elternbeziehung zu pflegen und auch berechtigt Entlastung und Erholung einzuplanen. Austauschkreise zum Mutmachen und Selbstorganisation im Verein geben Chancen im politischen Mitwirken bei der Verbesserung der Zukunftschancen von Pflegekindern. Hierbei können Pflegeeltern sehr viel voneinander lernen und darüber hinaus haben sie Anspruch auf fachliche Beratung und Unterstützung.




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