„Bei Pflege- und Adoptivkindern läuft in der Regel der Lebensalltag ganz anders ab als in der Normalität der Kindererziehung.“
Kinder, die in der Frühphase ihres Lebens nicht gehalten, nicht geliebt und versorgt wurden, werden ungehalten ; sie werden zu heftigen Überlebenskämpfern oder ziehen sich mutlos zurück.
Pflege- und Adoptiveltern stehen vor großen Erziehungsproblemen, wenn sie dem Kind begegnen; es ist in der Widerspruchssituation zwischen Suche nach Geborgenheit und aggressiver Abwehr gefangen. Es will Bindung und lehnt sie zugleich ab.
Pflegeeltern sollen zum Wohl des Kindes mit den Eltern zusammenarbeiten. Dies soll vor dem Hintergrund der Tatsache geschehen, daß das Kind in seiner Herkunftsfamilie gefährdet oder gar bedroht war und es vom Jugendamt herausgenommen werden mußte.
Pflegeeltern sollen dem Kind in der pädagogischen Beziehung eine sichere Lebensperspektive vermitteln. Dies soll geschehen vor dem Hintergrund, daß die Gesetzeslage letztlich keine rechtliche Sicherheit zuläßt und somit das Kind in seiner Zugehörigkeit zur Pflegefamilie immer wieder verunsichert werden kann.
Die Pflegeelternschule will zeigen,
- wie die Kinder trotz aller Schwierigkeiten Geborgenheit und Lebensfreude gewinnen können.
- wie trotz dieser sehr erschwerten Bedingungen Pflege- und Adoptiveltern ihre Kinder verstehen und lieben können, wie sie geduldig bleiben und ihre Kraftquellen finden können, um den Kindern dauerhaft die Treue zu halten.
- wie die Pflegeeltern die Herkunftseltern würdigen können und wie – ausgehend vom Schutzbedürfnis des Kindes – es gelingen kann, den Umgangskontakt auf möglichst konfliktfreie Weise zu gestalten.
- welche Verhandlungs- und Rechtswege begangen werden können, um dem Kind langfristig Beheimatung zu sichern.
Das Bildungsangebot für Pflege- und Adoptiveltern orientiert sich an den besonderen Herausforderungen in der Erziehung von entwicklungs- und bindungsgestörten Kindern. Es umfasst alltagspädagogische Themen und Angebote mit speziellen Inhalten wie z.B. zum Umgangsrecht und zur Gestaltung Umgangskontakten, zu Entwicklungsstörungen alkoholgeschädigter Kinder, zur Traumatisierung von Kindern, zum Sorgerecht bei Pflegekindern u.v.m..
Bildungsangebote für Eltern zum PDF Download (911kb)![]()


